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Die Geschichte der Lampe

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– von der Fackel zur Halogenlampe – 

Es ist unmöglich zu sagen, ab wann der Mensch erstmals eine künstliche Lichtquelle benutzte, um den nutzbaren Tag länger zu machen. Zur Erhellung dürften aber sicherlich schon in der Steinzeit das offene Feuer gedient haben, neben dem Hauptzweck, dem Kochen nämlich. Die erste Erfindung allerdings, die man hauptsächlich für die Beleuchtung nutzte, war die Fackel. Schon im Altertum verwandte man diese, aus stabförmigen Körpern (z.B. Ast, heute Bambusstab), bestehenden „Leuchten“. An ihren oberen Enden waren sie mit Werg umwickelt und in Pech, Teer oder Wachs getränkt, und somit brennbar.
Eine weitere sehr frühe Erfindung ist die Kerze. Sie wurde – einigen alten Quellen zufolge – höchstwahrscheinlich im Norden erfunden, denn in der Wärme südlicher Länder schmelzen oder verziehen sich Kerzen zu leicht. Die frühsten Funde zu dieser künstlichen Beleuchtung stammen aus der etruskischen und römischen Kultur. Kerzen bestanden früher aus Talg, später aus Bienenwachs, heute aus Paraffin oder Stearin, mit einem eingezogenen Docht Baumwollfäden. Sie fanden starken Eingang in die Religion, die katholische Religion benutzt sie (als Osterkerze) als Symbol für Jesus („Licht der Welt“). Die Kerzen wurden früher in Lichtträgern, den sogenannten Kandelabern, gehalten, die man schon im siebten Jahrhundert vor Christus bei den Etruskern kannte.
Aber auch schon im alten Ägypten gab es Entwicklung zur künstlichen Lichterzeugung. Lampen (unter diesem Begriff versteht man allgemein ein mit entzündlicher Flüssigkeit gefülltes Gefäß mit eingetauchtem Docht) gab es dort schon im dritten Jahrtausend vor Christus. Die Ägypter setzten aus Granit gefertigte Öllämpchen in mehrere Meter hohe Kalksteinsäulen ein – derartige Lampen sieht man auch auf Kreta. Eine frühe Form des Technologieaustauschs …
Die ersten griechischen Öllampen, die man sogar heute noch in großer Anzahl und in vielfältiger Form finden kann, gehen zurück auf Erfindungen etwa vom sechsten Jahrhundert v. Chr. an. Die damals hergestellten Lampen, oft nicht größer als 15 cm, sind sich alle sehr ähnlich. Der Lampenkörper, der das Öl enthält, mündet in einer Schnauze, durch die der Docht eingezogen wird. Am anderen Ende ist ein Henkel aufgesetzt. Die Lämpchen werden durch einen mit Löchern zur Füllung und Entlüftung versehenen „Spiegel“ (Deckel) geschlossen. An den Seitenflächen ragen die sogenannten „Schultern“ heraus – das sind Ösen zum Aufhängen der Lampe. Schulter und Spiegel waren oft reich ornamentiert.
Diese fast immer aus Tonerde bestehenden frühen griechischen Lampen fand man, da sie recht einfach herzustellen waren, in Wohnungen und (etwas mehr dekoriert) auch in Tempeln. Die Lampen des 5. bis 3. Jh. v.Chr. wurden mit schwarzem Firnis überzogen. Während die Lämpchen in der Frühzeit auf der Töpferscheibe gedreht wurden, fing man im 3. Jahrhundert vor Christus damit an, sie aus zwei, in Formen gepreßten Hälften, die man dann zusammenfügte und die Naht verstrich, herzustellen. Mit Ranken, Blumen oder Masken verzierte man Schultern und Schnauzen, während der Spiegel glatt blieb. Die späten Stücke überzog man manchmal auch mit hellrotem Firnis. Ab der Mitte des 2. Jh. begegnet man den „Delphinlampen“. Hier wurden den Henkeln die Form kleiner Delphine gegeben, meist waren diese Lampen aus grauem Ton nicht gefirnißt.
Die frühesten Öllampen aus römischer Zeit ähneln sehr den „Delphinlampen“ und datieren um 200 v. Chr. Die Bestrebungen, die Herstellung zu vereinfachen und eine richtige „Allerwelts-Lampe“ herzustellen führten im 1. und 2. Jh. n. Chr. dazu, daß die Lampenkörper groß und rund waren, mit dreieckiger Schnauze. Den Spiegel gestaltete man oft etwas künstlerischer, meist als eine Maske. Später kam noch ein Wulstrand auf dem Spiegel hinzu. Spätrömische Lampen weisen wieder eine Schulterverzierung auf. Zu dieser Zeit hatte jeder „seine“ Lampe, das Repräsentationsbedürfniss forderte verschönerte Lampen zum Vorzeigen. So findet man aus dem Späthellenismus Lampen in Form von Köpfen, Tieren und anderen Motiven. Auf den großen Spiegeln der römischen Lampen findet man auch Götter, mythologische Szenen, Szenen aus dem privaten Leben, Tierkämpfe, etc. Diese Lampen waren nicht nur im Mittelmeergebiet, sondern auch in den Provinzen jenseits der Alpen, also fast im gesamten römischen Reich verbreitet.
Die hohe Nachfrage nach Lampen führte am Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus dann zur Entwicklung der „römischen Firmalampen“, die in Firmenartigen Arbeitsgruppen und in großen Mengen hergestellt wurden. Der Lampenboden trug den Namen des Herstellers. Von den Besitzern dieser Lampen setzten sich Leute mit erhöhtem Repräsentationsbedürfniss (z.B. römische Beamten etc.) durch die schönen Bronzelampen ab. Bei deren Herstellung war man viel sorgfältiger, heute sind sie uns Museumsstücke erhalten geblieben.
Die „Entdeckung“ der Kerze führte im sechsten und siebten Jahrhundert nach Christus zum Kerzenleuchter. Dieser hatte damals schon die uns bekannte Form mit rundem Standfuß, langem Schaft und Kerzentülle. Einige Funde aus provinzialrömischer Zeit, aus einem allemannischen Fürstengrab und aus Byzanz beweisen, daß die Kerze damals allgemein in Gebrauch war. Ab dieser Zeit „entdeckte“ auch die Kirche den symbolischen Wert der Kerze. Noch heute wird sie vor allem von der katholischen Kirche bei der Messe paarweise zu beiden Seiten, oder auch vor oder hinter dem Altar aufgestellt. Die Form des Leuchters wurde aus römischen, byzanthinischen und koptischen Kandelabern entwickelt. In der Frühzeit waren die Kirchenleuchter, ebenso wie die Kandelaber, relativ hoch, etwa 40 bis 50 cm. Kleinere Leuchter findet man erst ab dem 11. Jahrhundert.
Auch bei Adeligen fanden die Kerzenleuchter Gefallen. Hier wurden Leuchten ähnlich den kirchlichen Leuchtern, nördlich der Alpen teilweise noch aus Holz, später auch hier aus Silber- und Bronzeguß zur Erhellung der Gemächer auf dem Hof verwandt. Bronzeguß-lampen findet man vor allem aus dem 12. und 13. Jh. Drachen- und Ritterleuchter wurden mit ihren kraftvollen figürlichen Darstellungen verziert und sind so bekannt wie die emailverzierten Leuchter aus Limoges.
Als im 14. und 15. Jahrhundert der Aufstieg des Bürgertums vonstatten ging, gelangten Gußleuchter auch außerhalb der Kirche und des Adel, allerdings blieben die Leuchter aus Edelmetallen beim Adel, da kein anderer sie bezahlen konnte. Bürger dieser Zeit waren allerdings häufig im Besitz von Leuchtern aus Messing, Gelbguß, Bronze und Schmiedeeisen. Messing- und Gelbgußleuchter wurden vor allem in Lübeck, Hamburg und Dinant hergestellt. Der Begriff „Dinanderie“ bildete sich im 15. Jahrhundert für alle aus Messing hergestellte Geräte aus Dinant. Auch Messingwaren des Maasgebietes, Flanderns, Brabants und Aachens wurden später als Dinanderie bezeichnet.
In den Kirchen entstanden derweil die gotischen Altarleuchter aus der Form des spätromanischen Rundleuchters. Diese Leuchter sind nach dem Aussehen des Schafts auch „Scheibenleuchter“ genannt worden. Der Schaft ruht auf einer Tropfschale auf der Basis und ist leicht konisch und durch Scheiben unterteilt. An der Tropfschale ist oft eine Dachzinne nachgebildet. Die Basis steht auf drei Füßen (manchmal Löwen darstellend), ist kugelstumpfförmig und mehrfach abgetreppt.
Ende des 14. Jahrhunderts kam mit dem Leuchterengel eine Verzierung, die (innerhalb der Volkskunst) bis zum 19. Jh. erhalten geblieben ist. Diese knienden oder stehenden Engel waren Symbol der himmlischen Akoluthen, und der Leuchter war Ersatz für den Akoluthenleuchter des frühen Mittelalters, der bei feierlichen Messen von Chorknaben (Akoluthen) dem zelebrierenden Priester vorangetragen wurde. Den heute noch wohl berühmtesten Leuchterengel kann man in der Kirche S. Domenico in Bologna bewundern. Dieses Werk schuf Michelangelo im Jahre 1494. Neu und typisch für die Gotik ist auch der siebenarmige Leuchter, der aus Bronze oder Messing gegossen wurde.
Auch die Laterne wurde im 14. Jahrhundert erfunden. In Österreich noch erhaltene spätgotische Laternen bestehen aus einen runden Körper, auf dem ein zeltartig abschließendes Dach aufgesetzt ist. An der Seitenfläche sind schmalen Schlitzen vorhanden, durch die das Licht von der innen brennenden Kerze austreten kann. Noch im 19. Jahrhundert fanden solche Laternen Verwendung, zumal nachts auf den Gassen bis ins späte 18. Jahrhundert noch keine Straßenbeleuchtung vorhanden war.
Öllampen erfuhren in der Renaissance einen erneuten Aufschwung aus dem Schattendasein, das sie seit der Verbreitung der Kerze und der Laterne erfuhren hatten. Die Figuren-Bronzelampen der Antike wurden im Italien der Renaissance nachgeahmt, vor allem innerhalb der Riccio-Schule. Allerdings war diese Entwicklung hauptsächlich auf südlich der Alpen konzentriert, da man nur hier, im etwas wärmeren Klima, öfter mal durchlüften konnte, denn die Lampen rußten immer noch ziemlich stark. Nördlich der Alpen fand man Öllampen wenn überhaupt nur in Küche und Wirtschaftsräumen, nicht aber in den Wohnräumen. In Italien entwickelte man in der Zeit der Renaissance auch einen neuen Typus von Altarleuchtern. Diese waren sehr hoch und stand auf einer dreieckigen Grundfläche mit Eckvoluten. Auf dieser Grundfläche stellte man eine tiefe Tropfschale mit Zinnen- oder Kranzrand. Aus diesem ragte der aus Balustern bestehende Schaft, in denen Architekturteile und Plastiken ihren Platz fanden.
Noch eine Erfindung im „Renaissance-Italien“ war ein sich über einer Konsole erhebender, fielenartiger Laternenkörper mit Stakettenbekrönung. Mittels eines Pechkranzes, der auf den Staketten aufsaß und das man entzündete, wurde dieser Beleuchtungskörper vor allem in großen Sälen verwandt.
Der Scheibenleuchter blieb in Deutschland dagegen bis ins 16. Jahrhundert hinein aktuell, erst nach dem Dreißigjährigen Krieg drangen italienische Formen mit Volutenfuß nach Süddeutschland ein. In Deutschland war der aus der romanischen Zeit stammende Figurenleuchter auch im 15. und 16. Jahrhundert noch als Leuchterstatuette sehr beliebt. Kerzenträger waren häufig Heiligenfiguren.
In den dunklen Burghäusern und Schlössern und großen Kirchen des 17. Jahrhunderts waren die schon im ausgehenden Mittelalter verbreiteten Wandleuchter häufig vorzufinden, eine deutsche Form ist der sogenannte „Blaker“ (vom Niederdeutschen „blaken“, entspricht „qualmen, rußen“), ein Leuchter mit mehreren Armen und einem Wandschild, das zum einen den Schein der Kerzen reflektiert und auch die dahinter vorhandene Tapete vor Ruß schützte. Die ursprünglich aus Kupfer, Messing oder Silber gearbeiteten Blaker gab es Anfang des 18. Jahrhundert auch aus Holz, Porzellan, Zinn oder bemaltem Blech. Zudem brachte das 18. Jahrhundert noch vielfältige andere Leuchterformen hervor. So erhellte man mit vielen Kronleuchtern Hallen und Säle, und in den Gemächern der Adelshöfe gab es Wandappliken, Kandelaber, Arm- und Standleuchter.
In den Kirchen fand man immer noch die Standleuchter des 17. Jahrhunderts, allerdings änderte man den Volutenfuß. Symmetrisch angeordnete Girlanden, Puttenköpfe und Katuschen am Fuß, später dann Bandelwerk und Rocaillen findet man ab dem frühen 18. Jahrhundert. Der Schaft, immer noch aus Balustern oder Kugeln gebildet, wird von Girlanden und Fruchtschnüren geschmückt. Eine Wandlung zum eher kargen Leuchter vollzog sich bis zum letzten Drittel des Jahrhunderts, hier gestaltete man die Ornamenten eher sparsam. Der kannelierte Schaft erhält Pfeilerform und am Fuß tauchen Lorbeergirlanden, Drapierungen und Tierschädel auf. Als Material dienten getriebenes Silber, über einen Holzkern gelegt, geschnitztes und gefaßtes Holz, Messing, Kupfer oder Porzellan.
Mitte des 18. Jahrhunderts wandte man sich dann schon wieder ab von der eher ruhigen, schlichten Form, die der profane Standleuchter zu Beginn des 18. Jahrhunderts noch hatte. Er wurde pflanzenähnlich, Fuß und Schaft ähnelten einem Stengel und die Tülle einer Blüte. Der Standleuchter gehörte immer zur Toilletengarnitur. Auch der Armleuchter, den man als Nachtleuchter benutzte, veränderte sich. Er bestand nun aus einer Kerzentülle, die auf einem kleinen Tablett befestigt war. Zwei bis sieben Arme mit einzelnen Kerzen führten vom Schaft weg. Damit leuchtete man sich den Weg ins Schlafgemach über Fluren und Treppen, man konnte beim Licht dieses Leuchters aber auch Lesen und Schreiben. Eine Abwandlung des Armleuchters ist auch der Kandelaber, der als Schmuck des Kamins und der Kredenze diente. Bei ihm standen drei oder mehr Arme radial vom Schaft in den Raum ab. Gleich zweifach Sonderform ist die Girandole : Das ist ein Armleuchter, dessen Arme vom Schaft abnehmbar sind, um die Leuchter auch einzeln verwenden zu können; aber auch ein Kandelaber mit Kristallgehänge.
Im Rokoko waren vor allem in Frankreich die Wandleuchten (Wandappliken) sehr beliebt, die asymmetrisch-vegetabil aus der Wand herauswuchsen und zu Lebzeiten von Louis XVI streng und schlicht geformt waren. Sie hatten am Hof ihren Platz zum Beispiel zu beiden Seiten von Wandspiegeln und an der Wandvertäfelung.
Zu ihrer alten Wichtigkeit, vor allem wegen der starken Verbreitung innerhalb kurzer Zeit, gelangte die Lampe erst wieder durch die Erfindung der Petroleumlampe im Jahre 1855 durch den Amerikaner Siliman. Obwohl das 19. Jahrhundert, was die Beleuchtung betrifft, das „Jahrhundert der Petroleumlampe“ war, darf man nicht vergessen, daß es in dieser Zeit auch noch viele Öllampen gab. Die „Argandsche Lampe“, die als Tischlampe der Petroleumlampe ähnelte, jedoch Öl verbrannte, war eine Neukonstruktion, die durch ihre Gestaltungsvielfalt sogar den beliebten Kerzenleuchtern Konkurrenz machte.
Weiterhin gab es auch noch die sogenannte „römische Lampe“, die den Fuß und den Schaft eines Kerzenleuchters hatte, aus deren Körper jedoch vier Dochtschnauzen und eine lange Tragstange mit Griff herauswuchsen. An der Tragestange, an einem Kettchen befestigt, hingen Dochtnadel, Löschhütchen und Dochtzange zur Pflege der Lampe. Sie war meist aus Messing und wird heute gerne nachgebaut oder original zur elektrischen Lampe umgebaut.
Aber auch die Laternen waren im 18. Jahrhundert von großer Wichtigkeit. Da es immer noch kaum Städte mit Straßenbeleuchtung durch Petroleumlampen gab, verwendete man die schlichten, schmucklosen Handlaternen für das tägliche Leben immer noch recht oft, sie bestanden nun meist aus Eisenblech und wurden von Blechnern und Kupferschmieden gearbeitet. Ganz anders als die Hängelaterne, die in den Treppenhäusern und Eingangshallen der großen Stadthäuser und Schlösser angebracht waren, wenn man noch nicht auf Petroleum umgestiegen war. Der im Rokoko oft runde oder aber vieleckige Laternenkörper war reich mit Blätter- und Blumenranken aus gemaltem Eisenblech verziert und mit Glas verschlossen.
In den Pariser Straßen tauchten Ende des 18. Jahrhunderts die sogenannten „Reverbere-Laternen“ auf. Das waren runde oder rechteckige Laternen, die mit Reflektoren aus Blech versehen waren. An einer quer über der Straße gespannten Kette aufgehängt erhellten so weite Strecken. Die Laternen waren noch im 19. Jahrhundert mit Reflektoren ausgestattet. Die vielfach für Petroleum vorgesehenen Lampen wurden dann später für Gas umgerüstet. Noch heute kann man auf manchen Pariser Brücken (z.B. auf dem Pont Alexandre III) die wunderschönen Laternen bewundern, sie sind heute natürlich elektrifiziert.
Die Petroleumlampe war eine Schöpfung des Nachbiedermeier. Man spricht heute noch von der „biedermeierlichen“ Gemütlichkeit dieser Lampe, die von 1860 an die Haushalte diesseits und jenseits des Ozeans bis zur Jahrhundertwende und später erleuchtete. Sehr häufig bestand ihre Grundform bestand aus dem Fuß, einem aufgesetzten Petroleumbehälter, darüber der Glaszylinder mit „ausgebeulter“ Brennkammer und darüberliegendem Blendschutz. Bei den Materialien für den Behälter samt Fuß hatte man die Wahl zwischen Messing oder Eisenguß, aber auch Glas und Porzellan fanden Verwendung. Der Lampenschirm war aus Milchglas, meist glockenförmig und hatte oben ein kleines Loch, durch das der Glaszylinder des Brenners gesteckt wurde. Um die Jahrhundertwende gab man dann dem Schirm eine andere Form: seine Ränder waren nun gewellt. Gleichzeitig bekamen die Lampen einen gußeisernen Fuß und einen Glasbehälter.
Sehr einfache Formen hatten dann die Standleuchter des 19. Jahrhunderts. Ihnen war stark anzumerken, das sie aus einer Zeit stammten, die sich Sparsamkeit an Materialien (auch Verbrauchsmaterialien) zum Gebot machen mußte. Der Schaft dieser Lampenform war hohl, hatte einen senkrechten und mehrere waagerechte Schlitze zum Feststellen des kleinen Hebels, der zum Hochdrücken der Kerze bestimmt war. So konnte man auch den winzigsten Kerzenrest noch nutzen !
Der Amerikaner Thomas Alva Edison hatte 1879 seine ersten technischen Erfolge mit einer von ihm entwickelten Kohlefadenlampe, dessen Glühwendel aus verkohlten Bambusfasern bestand. Mit seiner Lampe, die ganze 40 Stunden lang brannte, revolutionierte er die Beleuchtung. Durch die Elektrifizierung konnte man viele der Nachteile der „Verbrennungs-Leuchtkörper“ umgangen werden. So zum Beispiel die sehr starke Wärmeentwicklung von Kerzen, das starke Rußen von Öllampen etc. traten bei der elektrischen Lampe nicht mehr auf.
Um 1950 herum wurde die Leuchtstoffröhre, häufig fälschlicherweise auch Neonröhre bezeichnet (da ist kein Neon drin …), erfunden. Sie braucht im Vergleich zur herkömmlichen Glühbirne sehr wenig Energie, hat eine höhere Lichtausbeute und eine längere Lebensdauer. Die Leuchtstoffröhre besteht aus einer Röhre aus Glas, die mit Quecksilberdampf niedrigen Druckes und einem Edelgas gefüllt ist. Beim Einschalten werden zunächst die Elektroden, die sich an beiden Enden der Röhre befinden, aufgeheizt. Haben diese Elektroden eine gewisse Temperatur erreicht, so setzt ein Zündfunke eine Gasentladung innerhalb der Röhre in Gang. Bei dieser Gasentladung entsteht ultrakurzwelliges Licht, welches von einem Leuchtstoff, das an der Innenseite der Röhre aufgeschichtet ist, in sichtbares Licht umgewandelt wird, da es zum fluoreszieren angeregt wird. Diese Lampen können durch spezielle Zusätze zu der Leuchtschicht in vielen Farben leuchten und werden heute häufig zu Reklamezwecken sowie großflächige Beleuchtungen eingesetzt. Ohne Farbgebende Zusätze besitzt das Licht eine sehr eingeschränkte Wellenlängebreite. Solches Licht wird häufig als „kalt“ empfunden.
Eine weitere Form der Gasentladungslampe ist die Quecksilberdampflampe. Sie ist eine meist als Hochdrucklampe arbeitende Lampe, bei der zwischen zwei Elektroden eine elektrische Entladung im Quecksilberdampf stattfindet. Sie gibt bei geringer Leistungsaufnahme einen sehr hohen Lichtstrom ab, so daß eine große Beleuchtungsstärke bei kleinem Energieverbrauch besteht. Die Lichtfarbe ist bläulich-weiß, weshalb sie nur dort benutzt wird, wo es nicht auf Farbechtheit ankommt, zum Beispiel zur Beleuchtung von Straßen und Fabrikhallen.
Zu den Gasentladungslampen zählen auch die Hochspannungsröhren, gewöhnlich als Neonröhren bezeichnet. Sie sind mit einem Edelgas (Neon, Argon, Helium; daher auch Edelgaslampe), Quecksilberdampf, Kohlenmonoxid (Moorelicht) oder Kohlendioxid mit 5-10 mbar gefüllt, werden in Lampenlängen bis zu 3 Metern hergestellt und mit einer Spannung von 6000 bis 9000 Volt betrieben. Die ausgestrahlte Lichtfarbe ist vom Füllgas abhängig : sattrot, weiß, gelb, violett, blau, grün. Ihre Brenndauer beträgt etwa 10 000 Stunden, auch sie wird wegen ihre Sparsamkeit und ihrer Farbigkeit vielfach für Reklamebeleuchtung benutzt.
Eine der jüngsten Entwicklungen hinsichtlich der Lichtgewinnung ist die Halogenlampe, auch Jod-Quarz-Lampe genannt. Sie besteht aus einem kleinen Glas- oder Quarzkolben, in dem sich wie in herkömmlichen Glühbirnen auch ein eng gewickelter Wolframdraht befindet. Es wird deshalb Wolfram verwendet, weil es von den Metallen den höchsten Schmelzpunkt (über 350 Grad Celsius !) hat und deshalb beim Betrieb, bei dem schon mal Temperatur von 2600 Grad erreicht werden, nicht verglüht. Anders als bei anderen Glühlampen, ist bei der Halogenlampe ein geringer Anteil eines Halogens (z.B. Jod oder Brom) dem Glaskolben zugesetzt. Fließt nun ein elektrischer Strom durch den Glühdraht, so findet ein Wolfram-Halogen-Kreisprozeß (vom Wolfram-Glühfaden her) statt, bei dem der Wolframdraht ständig regeneriert wird und nebenbei auch jede Menge Licht erzeugt wird. Halogenlampen wurden zur Verbesserung der Lebensdauer und zur Verbesserung der Lichtausbeute entwickelt. Sie liegt um etwa 15 Prozent höher als bei herkömmlichen Glühlampen, wo fast 95 Prozent der zugeführten Energie in Wärme umgewandelt wird. Die sehr kleinen Ausmaße der Lampen haben dazu geführt, das sie heute „Modeleuchten“ Nummer eins sind.
Im Wissenschaftlichen Bereich entstand in neuster Zeit viele Sonderformen von Lampen, die speziell auf bestimmte Zielsetzungen konzipiert sind. LASER zum Beispiel geben einen sehr leistungsstarken, stark gebündelten Lichtstrahl ab, an dem und mit dem man viele Versuch durchführen kann. Außerdem gibt es noch Plasmalampen, bei dem flüssig glühende Metallschmelze verwendet wird. Hier zielt man neben der sehr hohen Lichtleistung auch auf die Möglichkeit, eine Kernfusion in Gang zu setzen. Außerdem werden bei dieser Lampenart massenhaft Elektronen frei, die man wiederum für zahlreiche Versuche in der Relativen Physik benötigt.
© by jSh:12.94
[Ku GK 13 I 94/95 Gb]
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